Share Button

Ich bin am Arsch. Emma hat heute in ganzen Sätzen gesprochen, oder besser gesagt: in einem ganzen Satz. Und der lautete wieder und wieder: „Du auch!“

Dieser mir bisher unbekannte infantile Imperativ trägt ganz unterschiedliche Blüten. Per „Du auch!“ bin ich heute zum Beispiel den Hügel vom Spielplatz nach Hause hinter Emma durchs Herbstlaub geschlurft (kann man mal machen) – und heute morgen hinter ihr auf einem Stillkissen geritten (müsste ich nicht nochmal haben).

Was mir aber wirklich Sorgen macht seit das Kind schläft, ist: Was muss ich wohl ab morgen noch „Du auch“en? Soll ich dann etwa auch in viel zu großen Schuhen durch die Bude watscheln? Im Streichelzoo in unbemerkten Momenten schnell nach Ziegenkacke greifen und sie begeistert auf den Boden knallen, weil das so schön „fatsch“ macht? Werde ich angekaute Rosinen in Geheimverstecken bunkern? In jeder freien Minute meine Winterstiefel an- und direkt wieder ausziehen?

Vielleicht werde ich einfach auf ihren zweiten ganzen Satz „Du auch“ ab morgen mit ihrem ersten ganzen Satz „Nein, Danke!“ antworten. Das versteht sie… sicher.

Foto: Frauke Weber

Fotos bilden hier ausschließlich eine Person ab: mich. Ähnlichkeiten mit Emma sind vorhanden und der Genetik anzukreiden.

w3b1

Klugscheißerin, in einem früheren Leben Chefredakteurin und deshalb hier diejenige, die an allen Texten rumfingert. Und das, obwohl sie die Autoren persönlich angefleht hat, mitzumachen. Naja… Klugscheißerin, eben. Mehr Klugscheißerei gibt’s in den Referenzen.