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Perfekt auf das Kind eingehen, anderen ein strahlendes Vorbild sein UND darüber bloggen – wenn ich meinem Twitterfeed glauben darf, ist das bei vielen Eltern Standard. Warum ist mein Hobby stattdessen einmal mehr: Schlafen?

Ich schlafe, sobald ich das Kind in die Krippe gebracht habe. Mittags nochmal. Abends gehe ich spätestens zwei Stunden nach dem Kind ins Bett, und in jeder wachen Minute denke ich verträumt an mein Kissen, wie sich mein Kopf reinkuschelt und der restliche Körper schlapp in die Matratze sinkt. Hach. Ich schreibe diese Zeilen übrigens im Bett, falls sich jemand fragt, wie es überhaupt zu diesem Text kommen konnte.

Und ja: Ich genieße diese Zeit ohne Kind, und meine Passivität dabei genieße ich sogar noch mehr. Denn wenn Emma da und wach ist, brauche ich alle Energie, die ich aufbringen kann – nach einer dank Kinderkeimen durchwachten Nacht zur Not aus einer Dose RedBull. Denn das Gnömchen braucht meine Aufmerksamkeit IMMER:

  • um nicht vor lauter Aktionismus halsbrecherisch vom neuesten Kletterziel (Hochstuhl, Sessel, Regal, Fensterbank…) zu donnern, weil sie sich – oben angekommen – euphorisch selbst applaudiert und
  • zur Bestätigung, dass jemand da ist, der zusieht und in den Applaus einstimmen kann. Applaus!

Also schlafe ich, wann immer es geht. Und schreibe dabei nicht auf, wie ich die ersten Schritte (von der Spielkiste zum Hocker), die ersten Worte („Mama“, „Oma“, „Opa“, „Nackidei“, „Banane“, „Papa“, „Danke“, „Nein!“, „Bitte“ und aktuell pausenlos „U-Ärg“ alias Fruchtzwerg) und die ersten Sätze („Nein, Danke“ und „Nacht, Papa“) erlebt habe. Vieles, woran ich mich noch lange erinnern möchte, geht so verloren. Aber alles, wofür mich mein Kind gerade braucht, wird so erst möglich.

Deshalb: Gute Nacht, Freunde – und bis bald, wenn meine Sehnsucht nach Schlaf, die sich in einem Jahr Stillzeit aufgestaut hat, hoffentlich gestillt ist.

Foto: kaboompix.com

 

 

w3b1
Klugscheißerin, in einem früheren Leben Chefredakteurin und deshalb hier diejenige, die an allen Texten rumfingert. Und das, obwohl sie die Autoren persönlich angefleht hat, mitzumachen. Naja… Klugscheißerin, eben. Mehr Klugscheißerei gibt's in den Referenzen.