Share Button

Kann. Nicht. Mehr. Die Katze übrigens auch nicht. Nach inzwischen über einer Woche Hitze – und damit meine ich weit über 30 Grad – hat sich mein Lebenswille auf die Suche nach meiner Motivation gemacht. Irgendwo an einem schattigen Plätzchen, vermutlich auf dem Mond, werden die beiden hoffentlich glücklich miteinander.

WetterDerweil werde ich hier aggressiv. Sommer ist ja schön – aber nicht im vierten Stock, nicht mit einer hyperaktiven Katze, die ich nicht rauslassen und wegen der ich die Fenster nur sporadisch öffnen kann. Dazu dieser permanente, süßlich-verwesende Geruch von Katzenfutter oder dem, was die Katze daraus gemacht hat. Nachts kann ich nicht schlafen, weil die Katze über mich drüber trampelt und mir ins Gesicht sabbert vor lauter „Hurra, es ist ein wenig kühler – lass schmusen“. Und nein, man kann es mir gerade nicht recht machen.

Außerdem vermisse ich den Mann. Der ist zwar nur 1,8 Kilometer entfernt, dafür aber krank. Sommergrippe. Er hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass er seine Ruhe braucht, und während ich das verstehe, kotzt es mich an, dass ich nicht helfen kann – so sehr, dass ich selbst in den wenigen Augenblicken, in denen wir uns sehen, maulig bin. Obwohl oder weil er in leichter Bekleidung besonders ausziehenswürdig aussieht? Wer weiß das schon. Fakt ist aber: Als er erst ewig an der Frischhaltefolie nestelt, um sie sich dann vors Gesicht zu halten und mich zu küssen, da finde ich das a) sehr niedlich, aber vor allem b) zum „DU HAST JA WOHL ZU VIEL PUSHING DAISIES GEGUCKT“ schreien.

Ich wäre gern wieder klar im Kopf. Weniger damit beschäftigt, ständig ganz bewusst einen Körper zu haben, der auch noch eigene Bedürfnisse hat. Schwitzen. Duschen. Trinken. Rumliegen und wehtun. Dabei auf jeden Fall schwitzen. Ich hab schon genug mit mir zu tun, wenn die Temperaturen durchschnittlich sind!

Mein Gehirn – das muss ich nach dieser eindrucksvollen Demonstration vermutlich gar nicht dazu sagen – verweigert beinahe vollständig den Dienst. Statt tatsächlich Texte zu schreiben, schaffe ich es gerade noch, mir Notizen für Texte zu machen. Meine Highlights der aktuellen Hitzeperiode:

  • Faulheit ist mehrheitsfähig.
  • Wir denken, wir kämpfen noch um den Sieg, aber wir haben längst verloren. So, wie Menschen miteinander umgehen, haben wir längst (Notiz reißt ab)
  • Eventidee: Die lange Nacht der langen Weile.

Wer Zeit und Lust hat, kann gerne mit mir einen Regentanz einstudieren, vor dem Kühlschrank Wache halten während ich drin sitze oder einfach gemeinsam mit mir auswandern, nach Island, oder zum Mond, mal Motivation und Lebenswillen besuchen. All das Gejammer schreibe ich auf, während 5,3 Kilometer entfernt 1100 Menschen bei derselben Hitze unter menschenunwürdigen, krankmachenden Umständen in Zelten kaserniert werden. Statt meine Hilfe auch nur anzubieten, hechle ich verbal, während die Katze neben dem Laptop sitzt und die Zunge hängen lässt.

Heute bin ich einmal mehr Teil des Problems – und nicht der Lösung.

w3b1
Klugscheißerin, in einem früheren Leben Chefredakteurin und deshalb hier diejenige, die an allen Texten rumfingert. Und das, obwohl sie die Autoren persönlich angefleht hat, mitzumachen. Naja… Klugscheißerin, eben. Mehr Klugscheißerei gibt’s in den Referenzen.
w3b1

Written by w3b1

Klugscheißerin, in einem früheren Leben Chefredakteurin und deshalb hier diejenige, die an allen Texten rumfingert. Und das, obwohl sie die Autoren persönlich angefleht hat, mitzumachen. Naja… Klugscheißerin, eben. Mehr Klugscheißerei gibt's in den Referenzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.