Ist darauf Verlass? Oder kann das weg?

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Rummskrachpeng. Und da ist er wieder. Schon wieder. Dieser berühmte Tag, an dem man sich erneut fragt: „Bin ich?“. Ja, natürlich bist DU antwortet dann das ICH – die Frage, die gestellt werden sollte muss doch lauten: „Was und wie viel kann denn davon jetzt eigentlich erstmal weg?“. Wenn man das eigene Dasein als eine Art Füllstandsanzeige oder als smaragdgrünen Lebensbalken in der unteren Ecke des eigenen Irisbildschirms sieht, auf dem immer das gleiche, langweilige Rollenspiel – nachfolgend als „R-e-a-l-i-t-ä-t“ bezeichnet – läuft, wie würde meiner aussehen? Ist er denn überhaupt noch grün oder blinkt er schon bedrohlich rot? Welcher Heiltrank füllt das Ding denn wieder auf?

Keiner.

Was fange ich mit dem Restbalken an? Welche Dinge aus meinem bisherigen Leben kann ich getrost in die Tonne treten? Entscheide ich mich für strukturierten, intellektuellen Dodoismus und lasse alle alkoholgetränkten Hirnzellen aussterben, weil plötzlich ein Fressfeind (höchstwahrscheinlich RTL II oder ein Architekturstudium) auftaucht und alles im Zeichen der seelischen Zufriedenheit niedermäht? Oder wähle ich doch einfach lieber den Weg des selbstzerstörerischen Anarcho-Verhaltenslemmings, der den tiefgründigen Zusammenhang zwischen Safersex und Hülsenfrüchten wahlweise in einem 3-stündigen Porno, einer vollkommen absurden Monopolyabart oder einem unterirdischen EMP-Spruch-Shirt verwursten kann? Das beschissene Shirt schenkt dir früher oder später so oder so jemand. Das ist R-e-a-l-i-t-ä-t. Schon mal durchgespielt? Stelle ich eigentlich nur Fragen?

Nein.

Die Antwort ist Verlässlichkeit. Wenn du dich blind auf einen Menschen verlassen kannst, dann gehe auf ihn zu – das kann nur der richtige Weg sein. Wenn auf jemanden Verlass ist, dann schafft das Vertrauen, Vertrauen schafft Nähe, Nähe schafft Zusammenhalt, Zusammenhalt schafft Gemeingefühl, Gemeingefühl schafft Selbstverständnis, Selbstverständnis schafft Vertrauen, Vertrauen schafft Liebe, Liebe schafft Zärtlichkeit, Zärtlichkeit schafft Leben.

Der Wegweiser des Lebens ist die Verlässlichkeit. Alles andere kann dann halt weg.

Foto: freemagebank.com
Marc Saltberg

Seine Freunde wünschen ihm zum Geburtstag „eine fette Taube, die dir schön auf den Latz scheißt, dazu leichte, aber bestimmte Rückenschmerzen und das Gefühl, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben, aber von niemandem gemocht zu werden.“ Was ihm sonst noch Nachtschweiß auf die Haut treibt, verarbeitet er hier.

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1 Kommentar

  1. Und wo ist der Speicherpunkt? Kann man ältere Spielstände laden und von dort aus weiterspielen? Geht Cheating? Haben Cheater kleine Schwänze? Was ist der Endgegner? Stelle jetzt eigentlich ich nur Fragen?

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